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Sechs Kuchenstücke aus Schokolade auf einem hellen Tisch.

19.01.2025

Gemeinschaft

Lustige Rezeptnamen

Warum die Tote Oma kein Grund zum Traurigsein ist und Nonnenfürzle gar nicht übel riechen.

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Eine Pfanne voll mit Maultaschen auf einem dunklen Tisch.

Bitte was? Rezepte mit witzigen Namen

Manche dieser Namen klingen im ersten Moment ziemlich seltsam. Doch hinter den lustigen Rezeptnamen stecken oft traditionelle Gerichte, die richtig gut schmecken. Und ihr werdet sehen: Die Gerichte mit den ungewöhnlichen Namen haben durchaus ihren Charme – und vielleicht entdeckt ihr dabei sogar eine neue Lieblingsspezialität.

Ein Teller voll mit süßem Gebäck mit Puderzucker auf einem Tisch mit Faschings-Dekoration.

Nonnenfürzle

Zur Faschings- oder Fastnachtszeit sind Nonnenfürzle – ein Schmalzgebäck – im süddeutschen Raum sehr beliebt. Wie genau der ungewöhnliche Name entstanden ist, darüber gibt es unterschiedliche Geschichten.

Eine Version erzählt, dass eine junge Nonne einen zu feuchten Teig ins heiße Fett gegeben hat. Dabei entstand ein zischendes Geräusch. Weil gerade ein Bischof anwesend war, verließ die Nonne peinlich berührt den Raum. Der Bischof soll das Gebäck daraufhin augenzwinkernd „Nonnenfürzle“ genannt haben.

Die Geschichte klingt zwar amüsant, wahrscheinlicher ist jedoch eine andere Erklärung: Der Name könnte vom mittelalterlichen Wort „nunnekenfurt“ stammen. Gemeint war damit ursprünglich „von Nonnen besonders gut zubereitet“.

Eine Pfanne voll mit geschnittenen Maultaschen auf einem Holztisch.

Herrgottsbescheißerle

Den lieben Herrgott zu täuschen gehört sich eigentlich nicht. Trotzdem tragen Maultaschen im Schwäbischen bis heute den Spitznamen „Herrgottsbescheißerle“. Der Sage nach stammt dieser Name aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. 

Einige Mönche bekamen damals ein Stück Fleisch geschenkt – allerdings mitten in der Fastenzeit, in der Fleisch eigentlich verboten war. Also hackten sie das Fleisch klein, mischten es mit Kräutern und Spinat und versteckten alles in kleinen Teigtaschen. So entstand das Gericht, das wir heute als Maultaschen kennen – und der augenzwinkernde Name gleich dazu.

Ein Teller mit Kartoffeln, Gewürzgurken und Grützwurst.

Tote Oma

In der ehemaligen DDR war die „Tote Oma“ ein beliebtes Gericht – und auch heute findet man diese Spezialität noch auf manchen Speisekarten. Der ungewöhnliche Name sorgt zwar immer wieder für Stirnrunzeln, doch hinter dem Gericht steckt einfache Hausmannskost. Grundlage ist die sogenannte Grützwurst, die häufig mit Sauerkraut und Salzkartoffeln serviert wird. Da Lebensmittel früher knapp waren, wurden vorhandene Zutaten möglichst kreativ kombiniert. Wie genau der makabre Name entstanden ist, weiß heute allerdings niemand mehr genau.

Ein Holzbrett mit Handkäs und zwei Schreiben Brot, dekoriert mit Rosmarin und Petersilie.

Handkäs mit Musik

Handkäs ist tatsächlich ein Käse – genauer gesagt ein Sauermilchkäse, der früher von Hand geformt wurde. Traditionell wird er „mit Musik“ serviert, also in einer Marinade aus Essig, Öl, Pfeffer, Salz und Zwiebeln. Warum das Ganze „mit Musik“ heißt, darüber gibt es mehrere Theorien. Eine davon: Die Zwiebeln sorgen später im Verdauungsprozess für den einen oder anderen Ton. Eine andere Erklärung besagt, dass sich der Name vom Klang der Essig- und Ölflaschen ableitet, die beim Servieren aneinanderschlagen.

Zwei Scheiben Brot mit Honig und Erdbeeren drauf.

Arme Ritter

So arm sind die Ritter gar nicht – sie sind eher innen weich und außen knusprig süß. Arme Ritter gab es bereits in der Zeit der alten Römer. Das Rezept mit dem lustigen Namen ist denkbar einfach gehalten: Man nehme eine trockene Weißbrotscheibe, tunke diese in Eiermilch und backe sie in Butter aus. Die Speise wurde bereits im 14. Jahrhundert im „buoch von guoter spise“ (im Buch der guten Speisen) erwähnt. Arme Ritter heißen die süß gebackenden Weißbrote deshalb, weil die heimgekehrten Ritter nach dem Krieg oft alles verloren hatten und sich deshalb kein Fleisch, aber wenigstens noch eine ordentliche Portion Fett leisten konnte.

Ein Glastablett mit einem frisch geschnittenen Stück Bienenstichkuchen.

Bienenstich

Nein, dieser Bienenstich tut nicht weh – im Gegenteil, er ist süß und zergeht cremig auf der Zunge. Um den Genuss zu toppen, bedeckt eine Schicht aus karamellisierten Mandeln die zarte Creme. Der Legende nach entstand der Name im 15. Jahrhundert. Zwei Bäcker sollen eine Gruppe von Eindringlingen erfolgreich abgewehrt haben, indem sie Bienenstöcke auf sie warfen. Zur Feier ihres Sieges backten sie anschließend einen Kuchen – der seitdem den Namen „Bienenstich“ trägt.

Ein Holzbrett mit einem Teller, auf dem zwei belegte Brotscheiben liegen, garniert mit Schinken, Spiegelei und Gewürzgurken.

Strammer Max

Der stramme Max ist weder ein sturzbetrunkener, noch ein athletisch gebauter Mann, sondern ein Gericht mit lustigem Namen. Gemeint ist eine Scheibe Brot mit Schinken und Spiegelei. Der Name geht vermutlich darauf zurück, dass die Speise besonders sättigend und kräftigend ist. Tatsächlich bezeichnete der Ausdruck früher einen gut ausgestatteten Mann – daher der ungewöhnliche Name für das einfache, aber beliebte Gericht.

Eine Pfanne Suppe mit Kartoffeln, Gemüse und Würstchen.

Blindhuhn

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn – und genau daran erinnert der Name dieses Gerichts. Beim „Blindhuhn“ handelt es sich um einen westfälischen Eintopf mit Kartoffeln, Bohnen, Karotten, Birnen, Äpfeln und Schweinespeck. Hühnerfleisch sucht man darin allerdings vergeblich. Der Name spielt darauf an, dass in diesem Eintopf so viele Zutaten stecken, dass jeder etwas findet, das ihm schmeckt.

Eine Tasse Kaffee. Zwei Menschen unterhalten sich am Tisch.

Muckefuck

Beim Namen „Muckefuck“ stellen sich bei manchen Kaffeeliebhabern vermutlich die Nackenhaare auf. Das Getränk ähnelt zwar farblich und geschmacklich einem Bohnenkaffee, enthält jedoch keine einzige Kaffeebohne. Muckefuck wird aus gemälzter Gerste (Malzkaffee) und geröstetem Roggen hergestellt. Ursprünglich bildeten Zichorienwurzeln die Grundlage für das Heißgetränk.

Vermutlich stammt der seltsam anmutende Begriff von der französischen Bezeichnung „Mocca faux“, was auf Deutsch „falscher Kaffee“ bedeutet. Das Wort „Muckefuck“ hat im Rheinisch-Westfälischen übrigens eine etwas andere Bedeutung: Dort wird er für einen sehr dünnen Kaffee verwendet. Ursprünglich stammt er hier von „Mucken“ (Holzmulm) und dem rheinischen „fuck“, was „faul“ bedeutet.

Ein aufgeschnittener Schoko-Kuchen.

Kalter Hund

In Deutschland isst man keine Hunde? Doch – es gibt eine Ausnahme. Der Kalte Hund, manchmal auch Kalte Schnauze genannt, ist eine schmackhafte Kuchentorte und bei Groß und Klein sehr beliebt. Woher der witzige Rezeptname stammt, ist nicht bekannt, dürfte aber zumindest teilweise auf die Zubereitung im Kühlschrank zurückzuführen sein. Um einen Kalten Hund zu kreieren werden abwechselnd Butterkekse und Schokoladencreme in einer Kastenform aufeinandergeschichtet – zum Auskühlen der vorher erhitzten Schokocreme wird die Form anschließend in den Kühlschrank gestellt.

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FAQ

Was ist Strammer Max?

Ein klassisches deutsches Brotgericht aus Graubrot, Schinken und Spiegelei.

Was ist Bienenstich?

Ein traditioneller Kuchen aus Hefeteig mit Cremefüllung und karamellisierten Mandeln.

Was ist Kalter Hund?

Ein Kühlschrankkuchen aus Butterkeksen und Schokoladencreme, der ohne Backen zubereitet wird.

Was ist Muckefuck?

Ein kaffeeähnliches Getränk aus geröstetem Roggen oder Gerste – ganz ohne Kaffeebohnen.

Was ist Handkäs mit Musik?

Ein Sauermilchkäse aus Hessen, der mit Essig, Öl, Zwiebeln und Gewürzen mariniert serviert wird.

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