Fakten und Mythen rund um Ostern

Wussten Sie schon, wieso peruanische Hühner blaue Eier legen? Oder wie lang ein Straußenei braucht, um hart zu kochen? Wir stellen Ihnen 9 skurrile und lustige Fakten rund ums Ei vor.

Ostern ist Familienzeit. Zumindest bei den meisten. Viele Stunden werden gemeinsam in der Küche, am Frühstückstisch oder beim Lammbraten-Abendessen verbracht. Wenn Sie auf dem Weg zur Ostermesse sind und Ihnen der Gesprächsstoff ausgehen sollte, dann lesen Sie folgende skurrile und lustige Fakten und Mythen rund ums Ei. Und der Oster-Smalltalk ist gerettet:


Fakten - Fakten - Fakten

1. Die Wahrsagerei aus Eiern nennt man Ovomantie, oder auch Eierorakel.

Das Lesen aus dem Ei war schon im alten Rom bekannt. Das Ei symbolisiert bis heute Leben und Fruchtbarkeit. Stellt man es richtig an, dann kann man Kontakt zu den Ahnen, Geistern oder Göttern aufnehmen - je nach Religion und Glaube. Ob das Ei zum Spiegelei gebraten oder hart gekocht werden muss, ist leider nicht überliefert.

2. In Peru legen die Hühner blaue Eier.

Das liegt nicht daran, dass Hühner in Peru beschwipst sind, sondern an der Beschaffenheit des Bodens. Da die Schwefelkonzentration im Boden in den Anden ziemlich hoch ist, kann es vorkommen, dass die Hühner blaue Eier legen. Praktisch. Dann muss man sich keine Gedanken ums Eierfärben mehr machen.

3. Über 22 Milliarden Eier essen die Deutschen im Jahr.

Die Deutschen stehen auf Eier. Im Jahr 2017 lag der durchschnittliche Verzehr bei 270 Eiern pro Kopf.

4. "Ich fürchte mich vor Eiern."

Dieses Zitat stammt vom Meister des Thrillers Alfred Hitchcock. Der Regisseur ist bekannt dafür, die Zuschauer das Fürchten zu lehren. Seine Ängste sind deshalb umso skurriler - er fürchtet sich vor Eiern: "Ich fürchte mich vor Eiern – schlimmer noch, sie ekeln mich an. Dieses runde, weiße Ding ohne irgendwelche Löcher. Hat man jemals etwas Widerwärtigeres gesehen als ein Eidotter, das seine gelbe Flüssigkeit verschüttet? Blut ist vergnügt rötlich. Aber Dotter ist gelb, eklig ... ich habe das noch nie probiert", so der Regisseur.

5. Das teuerste Ei der Welt kostet 30 Millionen Dollar.

Natürlich handelt es sich bei diesem Ei nicht um ein Hühner-, Wachtel- oder Straußenei, sondern um ein Ei aus Diamanten. Ein weißes 118-Karat-Diamant-Ei wurde zu einem Rekordpreis von 30,6 Millionen Dollar in Hongkong versteigert.

6. 40 Minuten und es ist hart gekocht.

Ein normales Ei braucht etwa 7 Minuten, bis es hart gekocht ist. Bei einem Straußenei dauert es deutlich länger. Und zwar 40 Minuten. Mit einer Größe von bis zu 20 cm hat es die 12 bis 15-fache Größe eines Hühnereis. Davon wird dann auch die ganze Familie satt.

7. Chinesen essen tausendjährige Eier.

Natürlich sind die Eier nicht 1000 Jahre alt, nicht einmal 100. Aber es können gut drei Monate vergehen, bis sie gegessen werden. Bei den tausendjährigen oder auch hundertjährigen Eiern handelt es um eine chinesische Delikatesse: Rohe Enteneier werden für etwa drei Monate in einen Brei aus Anis, Szechuanpfeffer, Teeblättern, Piniennadeln, Fenchelkörnern, Salz, warmem Wasser, gebranntem Kalk, Holzasche sowie Sägespänen eingelegt. In dieser Zeit wird das Eiweiß geleeartig und nimmt eine gelbliche Färbung an. Das Eigelb verwandelt sich in eine grüne, quarkige Kugel. Und soll gar nicht so schlecht schmecken, wie es klingt.

8. 514 Kilogramm Rührei in der Pfanne.

Das ist Weltrekord. In St. Gallen in der Schweiz rührte ein Team das größte Rührei der Welt. Sie verwendeten für ihr Mahl rund 8000 Eier. Das wäre auch eine geeignete Idee für den Osterbrunch.

9. Das beliebteste Ei. 

Im Januar brach ein Ei unter dem Namen „world_record_egg“ den Rekord für die meisten Likes auf Instagram, es vertrieb sogar die Influencerin Kylie Jenner von der Spitze. Das Foto konnte mehr als 50 Millionen Likes und der Account über zehn Millionen Follower sammeln. Die Frage war: Was soll das Ganze? "Lasst uns zusammen einen Weltrekord aufstellen mit dem meist gelikten Eintrag auf Instagram": Erst wenige Tage zuvor mit dieser Botschaft hochgeladen, ist das Bild eines Hühnereis Mitte Januar 2019 tatsächlich zum beliebtesten Instagram-Bild überhaupt geworden. Bis jetzt konnte das Bild mehr als 52 Millionen "Gefällt mir"-Angaben sammeln.

Das beliebteste Ei
Wird der Schoko-Nikolaus zum Schoko-Osterhasen?
Stehen in den Verkaufsregalen fürs Osterfest wirklich umgepolte Weihnachtsmänner im Regal? Wir sind diesem und anderen Mythen nachgegangen.


Mythen

Schoko-Weihnachtsmann wird für Ostern "recycelt"

Stimmt nicht: Bei Schoko-Hasen handelt es sich um Neuware. Kleinere Konditoreien schmelzen zwar hin und wieder Altbestände an Schokolade ein, doch das ist die absolute Ausnahme. Alleine schon der Aufwand, die übrig gebliebenen Weihnachtsmänner aus den Regalen der vielen Discounter zu holen und sie aus der Folie zu wickeln, wäre immens.
Einschmelzen ist den Herstellern daher zu teuer. Stattdessen werden nicht verkaufte Weihnachtsmänner und Hasen nach den Festtagen als Sonderangebot verkauft oder die Händler verschenken sie an gemeinnützige Einrichtungen.

Kirche warnt vor Genuss von Ostereiern

Das stimmt: Zwar hat in der katholischen Kirche das Osterei eine lange Tradition, denn schon seit dem zwölften Jahrhundert gibt es dort die Eierweihe (Benedictum Ovorum). Auf die evangelische Konfession trifft das aber nicht zu.

Weil der übermäßige Genuss von Eiern zu gesundheitlichen Problemen führen kann, warnte der Heidelberger Arzt Johannes Richier 1682 in seiner Dissertation vor diesem Osterbrauch. Das hatte Folgen: Bei der evangelischen Kirche war das Thema Ostereier lange verpönt, mit der Zeit weichten aber die konfessionellen Grenzen auf.


Den Osterhasen gibt es überall

Stimmt nicht: Das eierlegende Langohr gibt es zwar schon lange, flächendeckende Exklusivität genießt es jedoch nicht. Der Osterhase ist ab dem 17. Jahrhundert im Elsass, der Pfalz und am Oberrhein bekannt. Aber noch im 19. Jahrhundert war in einigen deutschen Regionen Füchse, Hähne oder Kraniche für die Eier zuständig.
In Thüringen heißt es teilweise noch heute, dass der Storch die Eier bringt. In einigen Schweizer Regionen ist dafür der Kuckuck zuständig. Für Oberbayern gibt es das Osterlamm, in Tirol die Osterhenne. Italien weiß gar nichts vom Osterhasen. In Australien hat sich der Oster-Bilby, der große Kaninchennasenbeutler, seit den 1970er-Jahren durchgesetzt, weil Hasen unbeliebt sind.


Langohren leben auf der Osterinsel

Das stimmt: Zwar gibt es auf der abgeschiedenen Insel keine Hasen, doch lebten dort Menschen, die sich selbst als Langohren bezeichneten. Daneben existierten die Kurzohren, die mit dem verfeindeten Stamm um die Herrschaft auf der Osterinsel kämpften.

Happy Easter!